allgemein wird zur Akkuschonung empfohlen, nur bis 20% zu entladen und nur bis 80% aufzuladen.
Frage: Kann man diese Limits bei /e/OS einstellen und wenn ja, wo?
Ich benutze ein Gigaset GS290 und konnte nirgends eine derartige Einstellmöglichkeit finden.
Also mal vorausgesetzt, das Gerät unterstützt das …
… das Entladen wird wohl kaum anders zu kontrollieren sein als durch Dich selber, insbesondere kann man es nicht stoppen. Du kannst aber in den Settings einen Signalton konfigurieren, wenn irgendeine Prozentzahl unterschritten wird, das ist tatsächlich zu empfehlen. Diese Einstellung ist unter Ton und Vibration, ganz unten: Ladegeräte-Töne.
Für die Ladeobergrenze gibt’s seit Neuestem eine Einstellung in den Settings, allerdings nicht unter Ton und Vibration, sondern unter Akku, ganz unten: Ladekontrolle. Wenn Du dort weniger als 100% einstellst, hört die Ladung tatsächlich bei Erreichen der Einstellung auf.
Was auf alle Fälle geht: BatteryBot Pro von Darshan, installiert über F-Droid, Version 12.0.0 (?). KOSTENLOS! F-Droid Nicht die Playstore-Version nehmen!
Das neckische Programm generiert von mir definierte Alarme (10% und 90%) und unterstützt mich dabei, das selbst im Blick zu haben.
Eine andere Lösung (wie z. B. bei meinem HP-Notebook, den Akku niemals mehr als 80% aufzuladen) ist mir nicht geläufig…
Hat eventuell jemand einen Link parat, wo die Auswirkungen der Ladebegrenzung mal mit einer Reihe neuer Akkus über ihre angestrebte Lebensdauer in der Praxis überprüft wurden gegen eine Kontrollgruppe von Akkus, die fröhlich immer bis 100% aufgeladen wurden?
Was ich bisher zu dieser Ladebegrenzung gefunden und gelesen habe, ist Wissenschaft und grundlegende Lithium-Ionen-Akku-Funktionsweise (wenn überhaupt, meist wird nur gesagt, dass “Experten sagen”, entweder 20% oder 30%, bei 80% sind sich alle einig), und es ist plausibel.
Ich sehe davon aber nichts in der Praxis. Ich “misshandele” in dieser Hinsicht grundsätzlich jeden Smartphone-Akku, der mir jemals unterkommt. So viel Laufzeit über den Tag hatten 100% geladene Akkus bis jetzt bei mir nie (bisher nichts neueres als Fairphone 3), dass ich damit guten Gewissens mit 80% in einen aktiven Tag starten würde, also lade ich sie immer zu 100% auf, meistens über Nacht. Ich lasse die Akkus allerdings nach Möglichkeit nicht unter 20% laufen … was aber auch viel einfacher ist, wenn ich mit 100% starte .
Und die Akkus halten bei mir bisher trotzdem Jahre. Ist das einfach nur Glück, oder ist die befürchtete Lebensdauerverkürzung zwar da, aber am Ende vielleicht nicht sonderlich praxisrelevant, weil 1% oder so?
Davon abgesehen bin ich absolut dafür, dass es die Option zur Ladebegrenzung gibt. Wer möchte, soll gerne können.
Also bei der Einstellung “Ladegeräte-Töne” des GS290 steht die Info “Beim Anschließen oder Trennen einer Stromquelle einen Ton abspielen”.
Da gibt’s keine Prozentzahl.
Bei “Akku” fehlt beim GS290 der Punkt “Ladekontrolle”. Schade.
Die Altersmechanismen werden von der Forschung zunehmend verstanden, wenn auch die Überlagerung der verschiedenen Mechanismen nicht trivial ist.
Und in der “Überlagerung der Mechanismen” bzw. den unterschiedlichen Einflußfaktoren liegt wohl der Hase im Pfeffer…
verlinkt ist in dem Artikel diese Präsentation, in der es heißt:
Zyklische Alterung - Bedeutung des genutzten SOC-Fensters
■ Der Bereich der Zyklierung hat einen hohen Einfluss auf die Batteriealterung (unter anderem wegen Phasenübergängen in der Batterie)
■ Dieser Effekt kann (aber muss nicht) gegensätzlich zur kalendarischen Alterung sein
Ja, wie Praxisrelevant das am Ende ist, ist eine gute Frage.
Vermutlich hilft es dem Akku durchaus ein bißchen wenn man zum Beispiel einfach darauf achtet, ihn nicht zu schnell/zu heiß zu laden und wenn möglich eben auch noch schlau zu Zyklieren.
Wie Du sagst: es ist schlicht plausibel - und deshalb glaubt man vermutlich sehr gern daran, dass man dem Pech, dass der Akku früher als gehofft schlapp macht, durch solche Maßnahmen ein Schnippchen schlagen kann
(… ich übrigens auch -sofern ich es mir leisten kann- ansonsten gleicher Ansatz wie Du: wenn ich die Kapazität brauche um über den Tag zu kommen, dann gehe ich selbstverständlich auf 100% und hab am Abend lieber noch was über als zwischenzeitlich leer gelaufen zu sein).
Pech haben kann man mit seinem Akku trotzdem - und Glück (falls es welches ist) auch.
Akkus sind Verschleißteile.
Den toten Laptop-Akku, der zwar seit 5 Jahren täglich geladen wird, aber nie unter 99% kommt, weil der Laptop nämlich immer im Netzbetrieb läuft, kennt jeder. Wenn man ihn dann tatsächlich mal braucht, langt er gerade noch für 10min, d.h. zum runterfahren, wenn überhaupt.
Wenn man solches durch paar einfache Handgriffe [1] vermeiden oder zumindest hinauszögern kann, ist es sicher schlau, das zu tun, insbesondere wenn man den Akku nicht wechseln kann. Ich habs immer so gehalten.
[1]
nicht mit hohen Strömen laden,
nicht übermäßig langes Laden,
nicht in der prallen Sonne laden (wenn der Akku sowieso schon heiß ist),
nach Möglichkeit im Betrieb nicht zu tief entladen
Alternativ rootet man sein Handy, dann kann man über Magisk das Modul ACC (Advanced Charging Controller) in Kombination mit der App AccA aus F-Droid installieren. Meine Handys laden z.B. bis 80 Prozent (am Ladegerät), entleeren sich dann langsam bis (einstellbar) 70 oder 76 Prozent und laden dann wieder bis 80. Sehr einfach alles.
Ich sags mal so: Mir ist noch nie ein Handyakku kaputt gegangen oder unter 80% Kapazität gefallen bevor nicht entweder die Sicherheitsupdates eingestellt wurden oder es zu alt/langsam geworden ist. Bzw. auch dann würde ich eher ein Handy mit wechselbaren Akku empfehlen und sich das Leben einfach unkomplizierter zu machen als Akku Mikromanagement zu betreiben.
Der Unterschied von 100 zu 80% Ladekapazität heißt für mich, dass ich täglich einmal mehr laden muss, weil ich nicht bis abends komme. D.h. doppelt so viele Ladezyklen, d.h. doppelt so hohe Abnutzung durch Ladezyklen.
Ich würde ganz gerne noch 2 “kleine” Argumente hinzufügen:
Ein (intelligenter) Akku hat nicht wirklich 0% Ladung, wenn das Phone 0% anzeigt. Die Logik lässt mich schlussfolgern, dass ein Akku im Smartphone niemals völlig ausgequetscht wird.
Von den LiPos meiner Micro-Helis kenne ich es, dass die letzten ~ 3-5% immer am längsten brauchen (bei Verwendung eines intelligenten Ladegeräts) und in der Praxis nur 5-8 Sekunden Flugzeit ausmachen (von insgesamt ~ 3 Minuten) und dass man sich das echt sparen kann, wenn man nicht unbedigt perfektionistisch veranlagt ist und unbedingt immer mit 100% Akkuladung starten möchte…
Daher hab ich mich auf 5% und 95% eingeschossen und komme bei meiner sehr zurückhaltenden Nutzung auf 72 bis 98 Stunden Akkulaufzeit (das Pixel hat lt. Akkuinformation 3265mAh Nennkapazität und kann faktisch ca. 2992 mAh speichern), das reicht mir für einen stabilen Betrieb für den Glukose-Sensor (Blutzuckerwerte im Minutentakt per Bluetooth), Telefonie und Internetnutzung finden nur selten statt…
Mit den Alarmen von BatteryBot Pro funktioniert das soweit ganz gut, hab natürlich immer ne Powerbank dabei.
andererseits, wenn es technisch nicht allzu aufwendig ist, kann sowas ja ruckzuck zu einer Routine werden und dann fällt es kaum mehr ins Gewicht (wenn es natürlich zum Nutzungsprofil passt).
@wusel: Nicht im Allgemeinen, bei NMC-Zellen ist das so. Bei LFP zum Beispiel muss immer Bumsvoll geladen werden. Inwiefern das relevant ist bei Handys weiss ich nicht, meine Erfahrungen ziehen auf leicht grössere Batterien
Der einzige Grund, die Funktionalität der Ladekontrolle aus den Einstellungen zu entfernen wäre für mich, dass der Akku dies nicht (mehr) braucht. Werde zu gegebener Zeit FP diese Frage stellen, die müssen es ja wissen.
BTW: Ich wusse bis gerade eben nicht, dass mein FP3 diese Funktion hat
Ich habe beim FP3 die LED sehr geschätzt (und ich vermisse sie beim FP6) und habe das Ladegerät entfernt, sobald die LED grün war. Das ist beim FP3 bei 90% der Fall.
Und ab 25% wird sie rot blinkend, dann sollte man schauen dass man Netz bekommt.