Ist Murenas e/OS/ in Wahrheit gar nicht google-frei?

Wie aktuell ist noch die Kritik von Mario vom Artikel “Warum Murena’s /e/OS eine Mogelpackung ist”?

Was denkt ihr darüber, nachdem ihr den Artikel gelesen habt?

Beurteilt den Artikel bitte fair und sachlich mit guten Pro- und Kontra-Argumenten, wenn ihr was dazu sagen könnt und möchtet.

Vielleicht meldet sich ja auch ein Entwickler von Murena dazu oder Leute die auch Ahnung davon haben.

Ich habe nämlich viel Geld und Hoffnungen in Murena gesetzt und hoffe, dass der Artikel übertreibt. Bin aber doch für die Wahrheit offen, wenn ihr es vielleicht genauso wie der Autor seht und e/OS/ doch nicht so google-frei ist, wie der Großteil von uns, bestimmt immer dachte.

Gruß und danke für eure Hilfe

edux

dass Murena mit “google free” im Marketing Copy arbeitet sollten sie tatsächlich überdenken. “De-googling” ist weniger belastet, in meiner Brille ist das wenn die Nutzenden - und nicht die Herausgeber - entscheiden, welche Netzwerkverbindung gemacht wird.

Aufrichtig ist beides nicht, dafür müsste man die Finger ganz von Android lassen.

Dem Artikel liegen Artikel von Kuketz zugrunde, wenn Du den Threads folgst und Dir das von englisch übersetzen lässt, technisch hatte ich das mal adressiert: Security gaps fixed or not?

Ein Teil der Kontroverse entsteht dadurch, dass microG - eine Art Kompatibilitätsschicht zu Google API Diensten - per Voreinstellung aktiv ist und beim ersten Start nicht gefragt wird, ob - und welche Komponenten davon - aktiv oder inaktiv sein sollen. Auch ist microG wie alles andere nicht deinstallierbar, wobei das nicht notwendig ist um über die Netzwerkverbindung zu entscheiden: microG deinstallieren?

Von microG abgesehen stützt sich AppLounge mittlerweile direkt auf den Google Playstore statt einem Mirror dazwischen. Die Leute haben dem cleanapk Mirror misstraut (wie auch der Artikel) und nicht immer war der ganze Katalog abgebildet. Bedeutet eben auch mehr Abhängigkeit. Ich fand den Mirror toll.

MicroG deaktivieren und nichts aus dem Playstore beziehen kann vielleicht als google-frei bezeichnet werden (wenn man ignoriert wer das Betriebssystem eigentlich entwickelt).

4 Likes

Was dachte denn der Großteil von uns immer, wie google-frei /e/OS genau ist?
Welche Erkenntnisse im Artikel wären jetzt besonders schockierend, wenn sie aktuell noch zutreffen sollten?

1 Like

Das e/OS/ so gut wie möglich entgoogelt worden ist, aber anscheinend wurde ja auch unnötiger Code drin gelassen der z.B. bei
CalyxOS und GrapheneOS nicht mehr drin war und somit theoretisch entfernbar hätte sein können. Oder das Murena nach dem Artikel bewusst dein Eindruck macht intransparent zu arbeiten. Ich hatte mal früher den Eindruck das Murena sich dem originalen AOSP bedient und wenn sie sich schon beim Google Android bedienen müssen, das sie wenigstens alles entfernen, was nötig und möglich ist, was aber anscheinend nach dem Artikel nicht gemacht worden ist. Es geht mir einfach und denke vielen ums Prinzip, also das man sich nicht belogen fühlt. - da man vielleicht unter Google-Frei wirklich etwas anderes versteht und die maximale Mühe der Google-Bestandteile-Entfernung darunter versteht, was bei e/OS/ nach dem Artikel nicht gegeben war, obwohl es technisch bei anderen wie schon gesagt, möglich zu sein schien.

Du beziehst Dich mit dem Vorwurf, dass nicht gründlich gearbeitet wurde, auf die Carrier Settings (die firebase Verbindung)? das hatte ich bisher nicht angeschaut tatsächlich und sollte ich mal.

Die OTA-ID ist fragwürdig und ob im Setup mehr über microG informiert werden sollte - darüber lohnt es sich zu streiten - aber die ganze Distribution eine Mogelpackung zu nennen empfinde ich als zu bequem. Die Kritik am Update Lag war immer berechtigt, hat sich aber für Browser und den AOSP/Framework Anteil gebessert (wegen Kritik).

Die Zutatenliste aus der /e/OS gebaut wird ist ähnlich zu denen anderer LineageOS Derivaten (calyx, iodé). Du wirst kein com.google.* Paket finden, das was Google Android von AOSP softwareseitig und lizenzrechtlich unterscheidet - der Teil von einem Degoogling ist erfüllt.

Zu anderen Netzwerkaufrufen die ungeklärt sind (agps, supl), siehe den Threads/Links in die Bugtracker, den Rest publiziert murena selbst.

3 Likes

Das ist mMn unfair…

Murena kann sich mit /e/OS noch so viel Mühe geben, den Nutzenden ein positives Nutzungserlebnis zu bereiten, spätestens wenn sie über eine Taxi-App ein Taxi bestellen wollen, müssen Googledienste genutzt werden, damit die App funktioniert.

So wie ich das verstanden habe, nimmt Murena die Images von LineageOS und erweitert diese um die eine und die andere Funktion, die dann das ausmachen, was /e/OS eben ausmacht (eine Parallelwelt zu Google mit seinen Funktionen (E-Mail) und Apps (Kalender/Kontakte).

Es liegt im Endeffekt an mir, welche Daten ich von mir preisgebe, in dem ich z. B. die Taxi-App meide (= eben NICHT nutze) und stattdessen +4930202020 anrufe und dem Sprachassistenten meine Abholanschrift ansage.

Unter einem LineageOS mit nachgerüstetem microG (Googlediensten) funktioniert die bereits erwähnte Taxi App übrigend NICHT, gerade vor kurzem ausprobiert. Murena macht es möglich die App zu nutzen, die Entscheidung, ob Du sie nutzt und ob Du sie brauchst, bleibt bei Dir.

Bei der Vielzahl an bereitgestellten Images für diverse Endgeräte und bereitgestellten Diensten (OTA-Updates, Server für Onlinedienste etc.) kann Murena das, was Du offensichtlich von denen erwartest, nicht leisten, dafür zahlen wir zu wenig dafür (auch wenn das vornehmere HiTech-Phone mal etwas teurer war als sonst so)…

Ich bin der e-Foundation unendlich dankbar dafür, mir damals ein einfach installierbares Image kostenlos bereitgestellt zu haben. Dass ich mittlerweile ein LineageOS nutze hat bestimmte Gründe, auch dass ich inzwischen nicht mehr die Online-Dienst von e nutze, sondern mailbox.org, hat ebenfalls gewisse Gründe (lokales Berliner Unternehmen mit hier stationiertem Rechenzentrum).

Ich hüte sehr gut die personenbezogenen Daten meiner Bekannten in “openContacts” anstatt in den Kontakten, die jeglichen Apps zur Verfügung stehen, halte sie also unter Verschluss. Das ist alles andere als komfortable, macht aber Sinn. Würde ich auf meinem Phone ein GoogleKonto einrichten, könnte ich mir die Umstände mit dem Custom-ROM wirkllich sparen. Noch deutlicher wird das, wenn man /e/OS installiert und anschließend diese META-Software namens WhatsApp nutzt…

Jeder, der ein Custom-ROM verwendet, möge bitte die Masse zwischen den Ohren aktivieren, und sich ganz genau überlegen, welches Ziel man verfolgen möchte. Wer eine Suchanfrage an Google sendet und sich über deren KI-gestützte Antworten freut, möge bitte selbst abwägen, ob sich dann ein /e/OS rentiert oder unsinnig wäre.

Sorry, dass ich etwas abgeglitten bin…

4 Likes